Entscheidungslogik

Wer entscheidet,
wenn du nicht gefragt wirst.

Sechs Prinzipien und fünf Entscheidungsbereiche mit hinterlegten Schwellen. Sie liegen quer über Build to Leave™ und ExitReady™ und sind der Teil der Architektur, der ohne dich funktionieren muss.


Ebene 1 · Prinzipien

Was ist richtig?

Prinzipien beantworten die Richtungsfrage. Sie sind keine Werte-Deko: Jedes hat eine operative Konsequenz, sonst stünde es nicht hier.

  1. 01

    Prinzipienbasierter Pragmatismus

    Wirkung vor Perfektion und vor Meinung.

    Eine Massnahme wird an ihrer Wirkung auf die Abhängigkeit gemessen, nicht an ihrer Vollständigkeit. Deshalb endet Systematisierung dort, wo sie nichts mehr löst.

  2. 02

    Holistische Sichtweise

    Entscheidungen im Gesamtbild aus Unternehmen und Leben.

    Eine Struktur, die das Unternehmen skaliert und den Inhaber verbraucht, gilt als gescheitert, nicht als Zwischenschritt.

  3. 03

    Kosmopolitische Offenheit

    Weltweit denken, gezielt platzieren: Werkzeuge, Recht, Standorte.

    Struktur folgt dem Ziel, nicht der Konvention — aber nur mit Substanz. Eine Gesellschaft ohne echten Betrieb ist kein Vorteil, sondern ein Prüfpunkt.

  4. 04

    Minimalistische Fokussierung

    Nur das Wesentliche bleibt.

    Jede zusätzliche Regel, jedes zusätzliche Werkzeug muss sich gegen das Weglassen behaupten. Im Zweifel wird gestrichen.

  5. 05

    High Performance und Selbstführung

    Der Inhaber ist der skalierbare Engpass.

    Der Engpass wird nicht wegmotiviert, sondern strukturell entlastet: Entscheidungsrechte, Rollen, Standards. Persönliche Leistungsfähigkeit ersetzt keine Architektur.

  6. 06

    Die Firma als Werkzeug

    Das Unternehmen arbeitet für den Inhaber, nicht umgekehrt.

    Das ist die Leitidee hinter beiden Kernsystemen. Wenn eine Entscheidung sie umkehrt, ist sie unabhängig von ihrer Rendite falsch.


Ebene 2 · Decision Matrix™

Was genau tue ich jetzt?

Fünf Bereiche, in denen im Betrieb ohne Rückfrage entschieden wird. Jeder hat eine Kernregel und eine hinterlegte Schwelle. Die Zahlen sind Entscheidungsgrenzen für KMU-Grössen, keine Ergebnisversprechen.

01

Kapitalallokation

Kaufe nur, was Rendite bringt oder Zeit spart.

Mechanik
Stundenwert = Zieljahresumsatz ÷ 2.000 Arbeitsstunden. Der Wert der eingesparten Zeit ist Stunden pro Monat × Stundenwert × 12.
Schwelle
Break-even: Investition ≤ Wert der eingesparten Zeit. Ausnahme: Pflichtinvestitionen für Compliance, Sicherheit und Betriebsfähigkeit werden über Risiko entschieden, nicht über Rendite.
02

Produktivität

Delegiere alles unter deinem Stundenwert.

Mechanik
Jede wiederkehrende Aufgabe bekommt drei Zahlen: Stunden pro Monat, Kosten der Delegation, eigener Stundenwert für dieselbe Zeit.
Schwelle
Delegationskosten unter 70 % des eigenen Werts → delegieren. Darüber → selbst machen oder den Prozess ändern, statt teuer zu delegieren.
03

Fokus und Klarheit

Grosse Entscheidungen bekommen Zeit, kleine bekommen Regeln.

Mechanik
72-Stunden-Regel: Tag 0 notieren und erst bewerten, Tag 1 recherchieren, Tag 2 rechnen und Alternativen prüfen, Tag 3 entscheiden. Wöchentliche Scorecard über Cashflow, Leads, Betriebssystem und Belastung.
Schwelle
Ab 5.000 Franken oder 10 Stunden Aufwand gilt die 72-Stunden-Regel. Ausnahmen sind erlaubt, aber mit Begründung — sonst ist die Regel keine.
04

Systemisierung

Investiere nur in wiederverwendbare Assets.

Mechanik
Vier Prüfungen: Frequenz (wird es mehr als dreimal gebraucht?), Übertragbarkeit (können andere es nutzen?), Zeitwert (spart es mehr als zwei Stunden?), Dokumentierbarkeit.
Schwelle
Mindestens drei von vier erfüllt → investieren. Darunter bleibt es Einzelfallarbeit und wird nicht systematisiert.
05

Cashflow

Keine grosse Ausgabe ohne Bewertung, keine Investition unter die Reserve.

Mechanik
Freie Liquidität = Bankguthaben − drei Monatsfixkosten − Rücklagen. Allokation: 60 % auf Cashflow-generierende Massnahmen, 25 % auf Zeitersparnis und Systematisierung, 15 % auf alles Übrige.
Schwelle
Bis 5 % der freien Liquidität ohne formale Bewertung. Über 15 % nur mit Rechnung, 72-Stunden-Regel und Inhaberfreigabe. Reserve: drei Monatsfixkosten Minimum, sechs als Ziel — darunter Ausgabenstopp.

Abgrenzung

Was hier bewusst nicht steht.

Kein Mindset-Teil

Die Quelle führt neben Prinzipien und Matrix eine dritte Komponente zur Selbstführung. Sie ist nicht übernommen. CEOPRENEUR liefert Architektur, keine Arbeit an der Person.

Keine Renditeversprechen

Die Zahlen oben sind Entscheidungsschwellen, keine erwarteten Ergebnisse. Wo die Quelle Richtwerte für Rendite nennt, steht kein Datensatz dahinter, und sie sind deshalb nicht übernommen.

Keine Software

Das ist eine Entscheidungslogik, kein Werkzeug. Was ihre Anwendung unterstützt, liegt auf Labs — und wird dort auch so genannt.


Was hängt heute an dir?

Der kostenlose Schnelltest ordnet deine Selbsteinschätzung in vier Bereiche ein — darunter Entscheidungen. Das ist eine erste Orientierung, keine Messung und keine Ableitung konkreter Entscheidungsschwellen.