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Due Diligence
Dokumentation

Was in den Datenraum gehört, bevor die Prüfung beginnt

Die meisten Unternehmen beginnen zu sammeln, wenn jemand fragt. Das ist der Moment, in dem Sammeln am teuersten ist.

10. September 20267 Min. Lesezeit

Ein Datenraum ist keine Ablage, sondern eine Antwortgeschwindigkeit. Käufer und ihre Berater messen nicht nur, was vorhanden ist, sondern wie lange es dauert, bis eine Nachfrage beantwortet ist. Zwei Wochen für einen Vertragsauszug sind ein Befund, unabhängig davon, was in dem Auszug steht.

Vier Bündel, die fast immer verlangt werden

  • Verträge: Kunden, Lieferanten, Miete, Lizenzen — mit Laufzeiten, Kündigungsfristen und Change-of-Control-Klauseln.
  • Abhängigkeiten: Umsatzanteil je Kundenbeziehung, Lieferantenkonzentration, Schlüsselpersonen ohne Vertretung.
  • Betrieb: die Kernabläufe, die das Geschäft tragen, mit Verantwortlichen und Schnittstellen.
  • Technik und Daten: welche Systeme geschäftskritisch sind, wem die Zugänge gehören, wo Kundendaten liegen.

Der Unterschied zwischen vorhanden und übergabefähig

Vieles davon existiert bereits — in Postfächern, in Köpfen, in gewachsenen Ordnerstrukturen. Übergabefähig ist es erst, wenn jemand ausser dem Inhaber es finden und erklären kann. Das ist keine Formalie: Genau an dieser Stelle wird aus einer Dokumentationsfrage eine Abhängigkeitsfrage.

Wie viele Unternehmen vorbereitet sind

PwC berichtet für seine US Family Business Survey 2021: 34 Prozent hatten einen robusten, dokumentierten und kommunizierten Nachfolgeplan. Das ist keine globale Quote von 2023 und kein Nachweis fehlender Datenraum-Unterlagen. Für Deutschland rechnet das IfM Bonn für 2026 bis 2030 mit rund 190.000 Familienunternehmen mit Übergabebedarf. Nachfolgeplanung und Vorbereitung einer Kaufprüfung sind unterschiedliche Aufgaben.

Quelle: PwC: US Family Business Survey 2021

Der günstigste Zeitpunkt

Vorbereitung kostet am wenigsten, wenn kein Anlass besteht. Wer sie beginnt, während bereits jemand fragt, verhandelt gleichzeitig und sammelt gleichzeitig — und beides leidet. Das ist der eigentliche Grund, warum Exit-Vorbereitung nichts mit Verkaufsabsicht zu tun haben muss: Ein übergabefähiges Unternehmen ist auch dann das steuerbarere, wenn niemand verkauft.