Build to Leave
Dashboard
Steuerung

Welche Kennzahlen ein Inhaber wirklich braucht

Nicht die, die ein Buchhaltungssystem am leichtesten ausgibt. Sondern die, an denen eine Entscheidung hängt.

10. September 20266 Min. Lesezeit

Fast jedes inhabergeführte Unternehmen hat irgendwann ein Dashboard gebaut. Die meisten dieser Dashboards werden nach acht Wochen nicht mehr geöffnet. Der Grund ist selten die Technik, sondern die Auswahl: Angezeigt wird, was leicht verfügbar war, und nicht das, worauf jemand reagieren würde.

Rückschau erzeugt keine Entscheidung

Umsatz des Vormonats, Deckungsbeitrag des Quartals, Auslastung im letzten Jahr: alles korrekt, alles zu spät. Eine Kennzahl ist erst dann nützlich, wenn sich aus ihrem Wert eine Handlung ableiten lässt, solange sie noch etwas ändert. Genau das unterscheidet Steuerung von Berichterstattung.

Der Test für jede Kennzahl

  • Wer sieht den Wert zuerst — und darf darauf reagieren, ohne zu fragen?
  • Ab welchem Wert passiert etwas, und was genau?
  • Wie schnell liegt der Wert vor: in Tagen oder erst nach Monatsabschluss?

Was in KMU nachweislich wirkt

Malagueño, Lopez-Valeiras und Gomez-Conde haben 2018 in Small Business Economics 201 spanische KMU untersucht. Der Befund ist präziser als das übliche „Kennzahlen sind wichtig“: Betriebe, die ihr Kennzahlensystem für vorausschauende Steuerung nutzen statt für Nachkontrolle, erzielen bessere Finanzergebnisse. Es ist nicht das Vorhandensein der Zahlen, das wirkt, sondern ihre Richtung.

Die Verbindung zur Abhängigkeit

Für einen Inhaber, der sich entkoppeln will, kommt ein zweites Kriterium dazu: Eine Kennzahl ist nur dann Teil der Entlastung, wenn jemand anders sie sieht und darauf reagieren darf. Ein Wert, der ausschliesslich auf dem Bildschirm des Inhabers landet, hat die Abhängigkeit nicht gesenkt, sondern nur besser beleuchtet.